Der Weg Burgbernheims zur Stadt
Burgbernheim hatte bis 1954 den Status eines Marktes, auch Marktflecken
genannt. Aus einem fragwürdigen Privileg
Kaiser Ferdinands II. von 1623 konnte
es das Recht auf eine städtische Verfassung
ableiten.
1802 - Burgbernheim gehörte zu Preußen - bestätigte König Friedrich
Wilhelm von Preußen die Fleckensprivilegien des Marktes Burgbernheim, u. a. die
dem Ort seit den ältesten Zeiten verliehene Stadtgerechtigkeit.
Im bayerischen Gemeindeedikt von 1818
erhielt Burgbernheim einen Magistrat III. Klasse. Die einschlägige Bestimmung lautete, dass in Städten und denselben gleichgeachteten größeren Märkten die
Gemeinden durch einen gewählten Munizipalrat vertreten wurden.
Das war die Ausgangslage, als der Magistrat 1869 erstmals versuchte, einen Antrag auf Verleihung des Stadtrechts
zu stellen, der jedoch in der Bürgerschaft nicht die erforderliche Mehrheit
erhielt.
Ein erneuter Antrag 1952 wurde vom Bayerischen
Staatsministerium des Innern zunächst negativ beschieden.
Gründe:
Rückläufige Einwohnerzahl, das vorwiegend ländliche Ortsbild, das Fehlen
städtebaulicher Besonderheiten ...
Das als
Gutachter eingeschaltete Staatsarchiv Nürnberg hatte festgestellt, dass es sich
bei den alten Privilegien, auf die seitens Burgbernheims verwiesen wurde, um
Fälschungen handelt.
Doch fand man letztlich Argumente, die dem Antrag entgegenkamen:
- Die gewisse regelmäßige Anlage als Kennzeichen alter Städte und
Märkte,
- das hohe Alter
und
- eine gewisse zentrale Bedeutung des Ortes schon in älterer Zeit,
ferner
- die städtische Verfassung ab 1818 bis zum Erlass der Gemeindeordnung von
1927.
Damit war der Weg frei zur Stadterhebung durch das Bayerische
Staatsministerium des Innern mit Urkunde vom 30. Juni 1954 - rechtzeitig zur
1200-Jahrfeier der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes (kriegsbedingt mit
13jähriger Verspätung). Bleibt nachzutragen, dass 1954 eine Vielzahl
bayerischer Orte in (fast) allen Regierungsbezirken zur Stadt erhoben wurden,
was dem damaligen Bayerischen Innenminister Hoegner den Beinahmen
"Städtegründer" einbrachte. Offensichtlich sollte durch die
Stadterhebung Burgbernheims eine Benachteiligung Mittelfrankens vermieden
werden.
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